Die Arbeit von professionellen DJs

Die Arbeit eines Discjockeys findet nicht nur auf der Veranstaltung statt. Diese kleine Übersicht soll veranschaulichen, was noch alles zur Tätigkeit eines DJs gehört und ebenso wichtig ist wie die Leistungen auf einer Party selbst.

Arbeit die gesehen wird:

Der DJ ist da, hat seine Technik dabei und spielt Musik.

Arbeit die nicht gesehen wird:

Im Büro, fallen für jede Veranstaltungen verschiedene Arbeiten an. Das erstellen von Angeboten und Bestätigungen. Das Sammeln von veranstaltungbedingten Informationen, z.B. die musikalischen Vorlieben des Gastgebers und deren Vorstellungen bezüglich des Ablaufs. Bei uns wird bereits während des Buchungsprozesses ein alternativer DJ gesucht, um im Falle eines unerwarteten Ausfalls des geplanten DJs, zum Beispiel durch einen Unfall auf dem Weg zu Veranstaltungsort, die Durchführbarkeit zu gewährleisten. 

Mindestens ein persönliches Treffen und mehrere Telefonate mit unseren Kunden sind nötig um eine Veranstaltung erfolgreich durchzuführen. Oft werden die Besprechungen mit unseren Kunden am Veranstaltungsort durchgeführt.

Was viele Kollegen nicht wissen ist, dass eine private Haftpflichtversicherung nicht für Sach- oder Personenschäden aufkommt die während einer selbstständigen Tätigkeit entstehen. Zum Beispiel wenn ein Gast über ein Kabel oder eine Box stolpert und sich verletzt. Das ist nur ein Grund, weshalb wir unsere Technik schon vor eintreffen der Gäste aufbauen. Ein weiterer ist natürlich der Umstand, dass eine Traumhochzeit oder ein Geburtstag durch das aufbauen der Technik während der Veranstaltung das Gesamtbild eines schönen Festes zerstört. Eine Betriebshaftpflichtversicherung gehört also zu den Pflichten eines gewerblich arbeitenden DJs.

Die von uns eingesetzte Technik ist auf dem neuesten Stand. Anschaffung, Abschreibung, Pflege und Planung der Zukunftssicherheit von Ton- und Lichttechnik kostet nicht nur Zeit sondern verursacht auch nicht unerhebliche Kosten. Ein Reservesystem, welches immer mit dabei ist, gehört auch zu unserer Ausstattung am Veranstaltungsort. Dieses Reservesystem verdient als solches kein Geld, sichert aber die Leistungsfähigkeit des DJs während der Veranstaltung, sollte das primäre Tonsystem doch mal ausfallen. Eine Technikversicherung, die speziell für die Bedürfnisse der Veranstaltungsbranche ausgelegt ist, ist für uns selbstverständlich.

Wir benötigen Fahrzeuge die groß genug sind um unsere Technik sicher zu transportieren. Anschaffung, Abschreibung, Reparaturen, Pflege, Betriebsmittel und Rücklagen für Neuanschaffung, verursachen ebenfalls Kosten, die auf unseren Rechnungen zwar nicht detailliert auftauchen aber doch enthalten sind.

Das wir unsere, teils umfangreiche, Technik nicht im Wohn- oder Schlafzimmer lagern dürfte jedem klar sein. Weshalb auch ein geeignetes, also trockenes und frostgeschütztes Lager wichtig ist.

Ein weiterer gewinnschmälender Punkt sind z.B. die Steuern. Die Umsatzsteuer ist allgegenwärtig und als Umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen, gehen derzeit 19% der Gage direkt an Vater Staat. Für Firmen mag das ein Vorteil sein, da diese die Umsatzsteuer mit der eigenen Steuerlast verrechnen können. Für unsere Privatkunden gilt das leider nicht. 

Ein kleines Rechenbeispiel: Nehmen wir mal eine Gage in Höhe von 800,00 Euro an, die wir für eine 8 Stündige Veranstaltung veranschlagen. Nach Abzug der Umsatzsteuer bleiben noch 648,00 Euro. Hier gehen nochmal die Betriebskosten runter, wir rechnen derzeit mit 160,00 Euro je Veranstaltung, es bleiben also 488,00 Euro übrig. Unser derzeitiger Einkommenssteuersatz liegt bei etwa 47%, was den Gewinn nach Steuer auf etwa 258,00 Euro je Veranstaltung reduziert. Rechnet man die Zeit welche für eine Veranstaltung aufgewendet wird, 2 Stunden für die Besprechungen, mindestens 2 Stunden Veranstaltungsvorbereitungen im Büro, 1 Stunde für das Laden und Entladen der Technik im Lager, je nach Veranstaltungsgröße kommen nochmal 2 Stunden für Auf- und Abbau hinzu sowie die Zeit, die wir zum Veranstaltungsort fahren und zurück, also durchschnittlich 1,5 Stunden. Wir sind also mindestens 16,5 Stunden für unseren Kunden im Einsatz, Was einen durchschnittlichen Stundenlohn von 15,64 € ergibt. Für diesen Stundenlohn übernehmen wir nicht nur einen großen Teil der Verantwortung für ein gelungenes Fest sondern leisten den wirklich wichtigen Teil unserer Arbeit nur an den Wochenenden und in unserer Freizeit. Leben kann man davon nicht, weshalb fast alle Kollegen, wie auch wir, noch einer geregelten, unselbstständigen Arbeit nachgehen. Ist der Job eines DJs leicht? Nein er ist Zeitintensiv und auch schwer, nicht nur das schleppen und aufbauen der Technik, auch der psychische Druck darf nicht unterschätzt werden., denn jede Party ist einzigartig und kann nicht wiederholt werden! Bei den guten DJs übrigens, sieht der Job kinderleicht aus.

Natürlich muß jetzt noch die Frage geklärt werden, warum tun wir uns das an?

Ganz einfach 😉 für uns ist es der geilste Job der Welt. Wir lernen jedes Wochenende eine Vielzahl neuer Menschen kennen, können mit ihnen agieren, sie begeistern und zum feiern bringen. Wir sind ein Teil der Party und das an so vielen Wochenenden im Jahr. Mich persönlich macht das sehr glücklich!